Am 29. Mai 1453 eroberte ein 21-jähriger Sultan Konstantinopel und beendete damit mehr als tausend Jahre byzantinischer Geschichte.
Der Weg dorthin war alles andere als vorgezeichnet: Mehmed II. war zunächst nicht einmal als Thronfolger vorgesehen und bestieg den Thron zweimal. Der renommierte Historiker İlber Ortaylı, langjähriger Direktor des Topkapı-Palastmuseums, zeichnet seinen Weg vom jungen Prinzen in Manisa zum Feldherrn und Staatsmann nach. Er schildert die Eroberung der Stadt, die Feldzüge vom Balkan bis an die Grenzen Mitteleuropas und die Staatskunst, mit der Mehmed das Osmanische Reich als Erbe Roms, als „Drittes Rom“, neu ausrichtete.
Zugleich zeigt Ortaylı eine weniger bekannte Seite des Eroberers: den gebildeten Renaissancefürsten. Mehmed beherrschte mehrere Sprachen, sammelte Handschriften zu Geschichte und Geographie, holte italienische Maler wie Gentile Bellini an seinen Hof und wurde im Westen zugleich bewundert und gefürchtet. Das Buch ist anschaulich erzählt und stützt sich auf osmanische, byzantinische und europäische Quellen. Es ist das Porträt eines Herrschers, der Istanbul neu erschuf und die Landkarte Europas dauerhaft veränderte.

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