Autoren

AHMET HAMDI TANPINAR

Ihren Höhepunkt fand die türkische Moderne in der genialen Künstlerpersönlichkeit Ahmet Hamdi Tanpi-
nars (1901-1962). Als Romancier stand er und sein Meisterwerk, der Roman Huzur (Harmonie), im Banne Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. mehr…

AYLA KUTLU

Jahrgang 1938, die große Chronistin der Region Antiochien. In ihrem Gesamtwerk thematisiert sie die Geschichte dieser weltgeschichtlich bedeutenden Gegend. In ihren Erzählungen und Romanen stellt sie die Menschen und ihre oft tragischen Geschichten vor – immer mit den historischen Ereignissen der Welt verbunden.

BEATRIX CANER

(1954 – 2019) Die meisten der oben aufgeführten Autoren waren ihre Freunde und wiesen ihr den Weg im Labyrinth der türkischen Literatur. Deren Wunsch, in Deutschland bekannt gemacht zu werden, motivierte sie zu dem Entschluss, einen Verlag zu gründen und die türkische Literatur im deutschen Sprachraum zu verbreiten.

BILGE KARASU

(1930 – 1995) In den USA wurde er mit dem Pegasus Literaturpreis geehrt, der nur alle 10 Jahre für den besten Literaten der Welt vergeben wird. Seine Werke lesen sich wie prophetische Texte, die vor der dunklen Zukunft unserer Generation warnen. Ein Literat der Sonderklasse.

CEMIL KAVUKCU

(1951) der große Autor der leisen Töne schreibt faszinierend über Männer. Seine Helden sind Matrosen, Kapitäne, Beamte und kleine Angestellte – Männer aus dem wahren Leben. Kavukcu gestattet uns einen Blick in ihre unbekannten Seelen und lässt uns staunen. Eine große Entdeckung, ein beeindruckender Literat!

CETIN ÖNER

1943) Preisgekrönter Schauspieler und Regisseur, erfolgreicher Buchautor, widmet sich in seinen Büchern meistens den Kindern und Jugendlichen. Selbst tscherkessischer Abstammung, thematisiert er oft die Flucht seines Volkes aus Russland und das Leben in der neuen Heimat Türkei. Authentisch und fesselnd.

ELIF SHAFAK

1971 in Straßburg geboren, wuchs Elif Shafak als Tochter einer türkischen Diplomatin in der Türkei, in Spanien und in Frankreich auf. Das ermöglicht ihr einen distanzierten und kühlen Blick auf die Türkei. So kann sie die türkische Literatur mit den Maßstäben kritischer Europäer werten und ihre eigene Position klar abgrenzen.

ERENDIZ ATASÜ

I(1947) hre Denkbasis ist ein höchst ausgewogener, globaler Humanismus, der auf die Gleichberechtigung aller Menschen vertraut und diese zu verwriklichen entschlossen ist. Deshalb widmet sie sich verstärkt der Welt der einfachen Arbeitern, die sie sensibel schildert und den Eliten als Vorbild entgegenstellt.

FÜSUN AKATLI

(1944 – 2010) Sie war Bilge Karasus Schülerin, Philoso-
phin, Kritikerin, Regisseuerin und Dozentin. Sie hat durch ihre kritische politische Haltung das Bewusstsein für die kulturellen Werte gestärkt und die herrschende türki-
sche Elite immer wieder an ihre Pflicht, Kultur zu fördern, erinnert. Neben ihren Texten sind ihre Interviews sehr bedeutend.

HALDUN TANER

Der türkische Schriftsteller und Bühnenautor Haldun Taner lehrte lange Jahre Theater-, Literatur- und Kunstgeschichte an einigen universitären Instituten in Istanbul und Ankara. Seit 1952 schrieb er Kolumnen für die Zeitung Tercüman (bis 1960) und später (ab1973) auch für die Zeitung Milliyet.

ILBER ORTAYLI

(1947, Bregenz) Leiter des weltberühmten Topkapi Museums, Historiker und begnadeter Aufklärer. Seine Bücher und Artikel stellen die Geschichte der Türkei und Europas in ein neues Licht und beleuchten viele Aspekte des Lebens im Osmansichen Reich völlig neu. Er liefert viele fehlende Mosaiksteine zum Ergänzen des Bildes vom Ganzen.

KÜCÜK ISKENDER

(1967 – 2019) er gilt als anarchistischer Dichter und Rebell, der seinen Weg in der Literatur und im Leben konsequent geht. Die bürgerliche Lebensweise steht im Focus seiner – oft schockierenden – Gedichte und Essays, die er vom Standpunkt des “verlorenen Sohnes” aus heftig kritisiert.

MURAT GÜLSOY

1967 in Istanbul geboren, ist Gülsoy ein hochkarätiger Literat der jüngeren Generation und sieht sich in erster Linie in der Tradition der Weltliteratur. Natürlich ist für ihn auch die beste türkische Literatur Vorbild. Seine Erzählungen sind literarische Abenteuer im besten Sinne des Wortes, Köstlichkeiten, die man nur noch selten findet.

NERMIN ABADAN-UNAT

(1922) Migration ist heute nicht mehr ein rückkehrbares Phänomen, sondern die Basis neuer Gesellschaften und neuer Identitäten. Die Autorin entwirft in ihren Büchern ein Zukunftsszenario, das nicht nur Politiker, sondern jeder Bürger kennen sollte, denn wir alle sind Betrof-
fene. Mit Hass kommt man nicht weiter …

NURDAN GÜRBILEK

(1956) Sie ist eine “Institution”, eine Literatur- und Kulturkritikerin der Türkei, die die verschobenen Grenzsteine an ihren Platz zurückstellt und zugleich ein verloren geglaubtes geistiges Gebiet absteckt, das – abgetan als “Orient” – viel zu lange mit einem diskrimi-
nierenden Blick betrachtet wurde. Sie ist eine bedeutende Leitfigur der türkischen Literaturszene.

ÖMER SEYFETTIN

(1884 – 1920) gilt als Begründer der türkischen Kurz-

geschichte, zugleich als engagierter Vorantreiber der Spracherneuerung.

Über 125 Erzählungen, ein vollendeter und ein unvollen-

deter Roman, ein Drama, zwei Tagebücher, zahlreiche Artikel und viele Gedichte zählen zu seinem Lebens-

werk.

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