Autoren

RITON DINCMEN

(1924 – 2008), Psychiater und Literat. Einerseits war er ein wichtiger Fachautor der Türkei, andererseits thematisierte er ungewöhnliche Schicksale und das Leben einfacher Men-
schen. Die Mythologie als Wurzel der Psychiatrie und als unbekannte Größe im Leben der Menschen hat ihn fasziniert. “Der betrunkene Priester” ist die erste Erzählung in deutscher Sprache, erschienen: “Das große Türkei Lesebuch”,

ÖMER SEYFETTIN

(1884 – 1920) gilt als Begründer der türkischen Kurz-

geschichte, zugleich als engagierter Vorantreiber der Spracherneuerung.

Über 125 Erzählungen, ein vollendeter und ein unvollen-

deter Roman, ein Drama, zwei Tagebücher, zahlreiche Artikel und viele Gedichte zählen zu seinem Lebens-

werk.

BEATRIX CANER

(1954 – 2019) Die meisten der oben aufgeführten Autoren waren ihre Freunde und wiesen ihr den Weg im Labyrinth der türkischen Literatur. Deren Wunsch, in Deutschland bekannt gemacht zu werden, motivierte sie zu dem Entschluss, einen Verlag zu gründen und die türkische Literatur im deutschen Sprachraum zu verbreiten.

NURDAN GÜRBILEK

(1956) Sie ist eine “Institution”, eine Literatur- und Kulturkritikerin der Türkei, die die verschobenen Grenzsteine an ihren Platz zurückstellt und zugleich ein verloren geglaubtes geistiges Gebiet absteckt, das – abgetan als “Orient” – viel zu lange mit einem diskrimi-
nierenden Blick betrachtet wurde. Sie ist eine bedeutende Leitfigur der türkischen Literaturszene.

Y.D. BENGI

(1977) Er wagt das beinahe Unmögliche und verbindet das literarisch “Triviale” mit profundem Wissen. Diese seltene Konstellation gibt ihre Schätze erst auf den zweiten Blick Preis: reale Geschichte aus uralten Zeiten lauert hinter “Mumienkämpfen”, bedeutende Erkenntnisse verbergen sich hinter einfach wirkenden Geschichten.

NERMIN ABADAN-UNAT

(1922) Migration ist heute nicht mehr ein rückkehrbares Phänomen, sondern die Basis neuer Gesellschaften und neuer Identitäten. Die Autorin entwirft in ihren Büchern ein Zukunftsszenario, das nicht nur Politiker, sondern jeder Bürger kennen sollte, denn wir alle sind Betrof-
fene. Mit Hass kommt man nicht weiter …

ERENDIZ ATASÜ

I(1947) hre Denkbasis ist ein höchst ausgewogener, globaler Humanismus, der auf die Gleichberechtigung aller Menschen vertraut und diese zu verwriklichen entschlossen ist. Deshalb widmet sie sich verstärkt der Welt der einfachen Arbeitern, die sie sensibel schildert und den Eliten als Vorbild entgegenstellt.

ILBER ORTAYLI

(1947, Bregenz) Leiter des weltberühmten Topkapi Museums, Historiker und begnadeter Aufklärer. Seine Bücher und Artikel stellen die Geschichte der Türkei und Europas in ein neues Licht und beleuchten viele Aspekte des Lebens im Osmansichen Reich völlig neu. Er liefert viele fehlende Mosaiksteine zum Ergänzen des Bildes vom Ganzen.

CETIN ÖNER

1943) Preisgekrönter Schauspieler und Regisseur, erfolgreicher Buchautor, widmet sich in seinen Büchern meistens den Kindern und Jugendlichen. Selbst tscherkessischer Abstammung, thematisiert er oft die Flucht seines Volkes aus Russland und das Leben in der neuen Heimat Türkei. Authentisch und fesselnd.

CEMIL KAVUKCU

(1951) der große Autor der leisen Töne schreibt faszinierend über Männer. Seine Helden sind Matrosen, Kapitäne, Beamte und kleine Angestellte – Männer aus dem wahren Leben. Kavukcu gestattet uns einen Blick in ihre unbekannten Seelen und lässt uns staunen. Eine große Entdeckung, ein beeindruckender Literat!

TOMRIS UYAR

1941 – 2004 (Istanbul), eine der besten Erzählerinnen der Türkei, politisch und literarisch aktiv, eine Autorin, die neue Maßstäbe setzte. Ihre sürrealen Geschichten führen in die Tiefen der Seele und beleuchten ihre geheimsten Aspekte. Sie war eine Ausnahmepersön-
lichkeit und eine aus tiefster Überzeugung gespeiste Menschlichkeit charakterisierte ihr Leben.

SADIK YALSIZUCANLAR

Derwisch und Filmemacher, Dichter und Mystiker.
Seine Texte sind poetisch, geradezu zauberhaft und zugleich von einem tiefen, ernsthaften Wissen getragen. Er entführt seine Leser in eine andere Welt, in eine Welt der Entzückung.

REFIK HALID KARAY

Journalist und Satiriker, der während der Jungtürkenzeit seinen literarischen Ruhm begründete und zu den bedeutenden türkischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt. Er wirkte als Journalist und Übersetzer bei der führenden Literaturzeitschrift Reichtum der Wissenschaften (Servet-i Fünun) und bei der bedeutenden Tageszeitung Sprachrohr der Wahrheit (Tercüman-i Hakikat).

PINAR KÜR

1943 in Bursa geboren, besuchte sie in New York die Schule, studierte an der amerikanischen Universität in Istanbul und promovierte an der Sorbonne (Paris) im. Ihre ersten Werke wurden in der Türkei verboten. Heute Sie ist eine der besten Literatinnen ihres Landes, eine Kategorie für sich.

MURAT GÜLSOY

1967 in Istanbul geboren, ist Gülsoy ein hochkarätiger Literat der jüngeren Generation und sieht sich in erster Linie in der Tradition der Weltliteratur. Natürlich ist für ihn auch die beste türkische Literatur Vorbild. Seine Erzählungen sind literarische Abenteuer im besten Sinne des Wortes, Köstlichkeiten, die man nur noch selten findet.

KÜCÜK ISKENDER

(1967 – 2019) er gilt als anarchistischer Dichter und Rebell, der seinen Weg in der Literatur und im Leben konsequent geht. Die bürgerliche Lebensweise steht im Focus seiner – oft schockierenden – Gedichte und Essays, die er vom Standpunkt des “verlorenen Sohnes” aus heftig kritisiert.

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